Was können Sie als Verbraucher tun, um eigene Ressourcen zu sparen und dafür zu sorgen, dass möglichst viele Nahrungsmittel zur Ernährung verwendet werden und Bio-Abfall verhindert wird?

Nur einige Beispiele von Vielen:

1. Kaufen sie in Betrieben ein oder essen sie in Restaurants und Kantinen, die für einen ökonomischen und ökologisch nachhaltigen Umgang mit Lebensmittel sorgen. Achten Sie einfach auf das Öko-Transparency-Zertifikat.

2. Informieren sie Freunde und Bekannte über einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmittel-Ressourcen und das Öko-Transparency-Zertifikat. Je mehr Verbraucher sich hieran beteiligen, umso interessanter wird es für Betriebe sich hierfür einzusetzen.

3. Informieren sie uns, wenn sie Betriebe kennen, die Interesse am Öko-Transparency-Zertifikat haben..

4. Verändern Sie nur ein wenig Ihr eigenes Lebensmittelgebrauchs- und einkaufsverhalten und sparen sie gleichzeitig.

 

Karin de Miguel Wessendorf von THURN-Film stellt unter www.tastethewaste.com einige Tipps hierzu vor, die wir hier freundlicherweise abdrucken dürfen:

Jeder Einzelne von uns hat durch sein Verhalten Einfluß auf die Menge von Lebensmittel, die weggeworfen werden. Durch unsere Kaufentscheidungen, unsere Essgewohnheiten und die Art, wie wir den Haushalt organisieren entscheiden wir täglich, was im Müll landet. Mit unserem Konsumverhalten haben wir Einfluß auf das, was in Geschäften, Restaurants und Caterings angeboten wird. Die Verschwendung von Lebensmittel im Haushalt lässt sich leicht vermeiden, wenn wir einige unserer Gewohnheiten im Alltag ändern. Mit den folgenden Tipps möchten wir Anregungen dazu geben, wie jeder Einzelne mit der Reduzierung von Lebensmittel-Abfällen anfangen kann.

  • Als Grundregel gilt: kaufen Sie möglichst frisch und saisonal ein und kochen Sie regelmäßig zuhause, um zu vermeiden dass eingekaufte Lebensmittel verderben. Schauen Sie erst mal, was da ist und überlegen Sie, was Sie damit zubereiten können.
  • Kaufen Sie lieber mehrmals in der Woche kleinere Mengen ein. Planen Sie die Mahlzeiten der nächsten Tage im Voraus, um den Einkauf von Produkten zu vermeiden, die Sie nicht verwenden werden.
  • Entscheiden Sie sich im Laden für regionale und saisonale Produkte, da diese frischer sind und sich länger halten. Spargel im Frühling, Erdbeeren und Tomaten im Sommer, im Winter Kohl. Eine gute Alternative: abonnieren Sie eine Gemüsekiste von einem Bauernhof in Ihrer Umgebung, dadurch kaufen Sie immer regional und saisonal ein. Mit Hilfe von mitgelieferten Rezepten, lassen sich aus ein und derselben Gemüsesorte viele verschiedene Gerichte zubereiten.
  • Suchen Sie nach Möglichkeiten das ganze Produkt zu verwerten. Kaufen Sie lieber das ganze Hähnchen als nur die Brust oder die Flügel ein, und benutzen Sie die übrigen Teile am nächsten Tag zum Beispiel als Brotbelag.
  • Hunger lässt sich schlecht planen. Gerade in Familien mit Kindern wird heute sehr viel und morgen wenig gegessen. Aus den Resten eines Gerichtes kann ein Bratgericht, ein Auflauf oder eine leckere Suppe gekocht werden. Regelmäßig können z.B. die Reste von zwei, max. drei Tagen einen Eintopf oder eine Suppe ergeben. Muten Sie Ihren Kindern auch mal etwas zu, sie müssen ihren Geschmack erst noch ausbilden.
  • Verwenden Sie öfter rohe Gemüse. Kinder mögen gerne Möhrenschnitzel. Erwachsene Salat aus rohem Gemüse. Hier können Reste am nächsten Tag gekocht werden.
  • Lebensmittel halten sich länger, wenn sie richtig gelagert werden. Nehmen Sie Gemüse aus der Plastikverpackung, bevor es in den Kühlschrank kommt. Wickeln Sie Salat, Spargel oder Möhren in ein feuchtes Tuch ein. Kartoffeln oder Orangen halten sich bis zu vier Monate lang, wenn sie kühl und trocken gelagert werden. Machen Sie sich über die Eigenschaften der verschiedenen Lebensmittel kundig. Großmutters Haushalts-Tipps sind hier gefragt!
  • Fast alle Lebensmittel können tiefgefroren werden. Brot und Backwaren halten sich über Monate. Auch frisches Gemüse, Fleisch, Fisch, Käse- und Wurstwaren, Saucen, Suppen und fertige Gerichte können im Tiefkühlfach aufbewahrt werden und sorgen für Vorrat an Tagen, an denen keine Zeit zum Kochen übrig bleibt.
  • Auch kleinere Essensreste können eingefroren werden und ergeben zusammengenommen mit einer guten Hühnerbrühe (in Portionen tiefgefroren) eine schnelle Suppe und sind nebenbei auch eine gute Maßnahme gegen eine drohende Erkältung.
  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist nicht mit dem Verbrauchsdatum gleichzusetzen. Reis, Nudeln, Getreide und Hülsenfrüchte sind noch Monate nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum genießbar. Auch Joghurt oder Quark kann nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ohne Bedenken verzehrt werden. Vertrauen Sie im Zweifelsfall dem Aussehen der Produkte und Ihrem Geruchssinn.
  • Milch kann kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum eingekauft werden, wenn Sie innerhalb weniger Tage konsumiert wird. Wenn Sie heute oder morgen Milchreis kochen wollen, müssen nicht alle 4 Flaschen für den Wochenendeinkauf die längstmögliche Haltbarkeit haben. Bedenken Sie, dass wenn alle Kunden die Milch mit dem späteren Datum bevorzugen, alle restlichen Flaschen in den Müll wandern werden.
  • Einige Geschäfte bieten Ihre Ware kurz vor dem Verfallsdatum reduziert an. Greifen Sie guten Gewissens auf diese Angebote zu.
  • Wählen Sie krumme Gurken, unförmige Kartoffeln und Bananen mit schwarzen Flecken. Diese Produkte sind für die Mülltonne viel zu schade! Fragen Sie auch mal in ihrem Supermarkt nach, welche Maßnahmen ergriffen werden, um Lebensmittel-Abfälle zu vermeiden. Erwarten Sie nicht von Ihrem Händler, dass die Obst- und Gemüseregale bis zum Ladenschluss gefüllt sind.
  • Lassen Sie sich beim Bäcker, wenn Ihre Lieblingsbrotsorte ausverkauft ist, auf Alternativangebote ein. Entscheiden Sie sich im Zweifelsfall für Roggen- oder Vollkornbrot, dieses hält sich länger als Weißbrot und kann nach mehreren Tagen immer noch verzehrt werden.
  • Vermeiden Sie Fertiggerichte, da es sich dabei meistens um größere Portionen handelt, als Sie sich selbst zubereiten würden. Vorgefertigte Salate und Sandwiches, sowie vorgeschnittenes und gewaschenes Obst und Gemüse haben eine sehr geringe Haltbarkeit und landen dadurch häufig in der Tonne. Schon bei der Herstellung von sogenanntem Convenience-Food entstehen größere Mengen von Abfällen. Sinnvoller ist es, sich das Pausenbrot oder die Zwischenmahlzeit zuhause vorzubereiten.
  • Durch mitgebrachte Behälter lassen sich im Büro, in der Kantine oder im Restaurant die Reste vom Mittagsessen für den späteren Verzehr aufbewahren. In anderen Ländern, zum Beispiel in den USA, ist das Mitnehmen von Resten in der Gastronomie durchaus üblich. Auch hierzulande würden sich viele Köche darüber freuen, wenn ihre Gerichte nicht im Müll enden würden.
  • Bestellen Sie im Restaurant direkt eine kleinere Portion, wenn Sie voraussehen können, dass ihr Hunger nicht so groß ist.
  • Auch beim Feiern lassen sich Lebensmittelabfälle vermeiden, z.B. durch das Verteilen der Reste unter den Gästen. Weisen Sie Veranstalter und Caterer bei der Planung Ihrer Hochzeit oder Geburtstagsfeier darauf hin, dass sie Lebensmittelverschwendung vermeiden wollen. Halten Sie Behälter für die Gäste Ihrer Feier bereit.
  • Wenn Sie einen eigenen Garten haben und nicht alles verwerten können; verschenken Sie es. Sie bekommen immer etwas zurück. Wenigstens ein Lächeln.
  • Außerdem lassen viele Landwirte die Nachlese auf den Feldern gerne zu – suchen Sie einen Landwirt in Ihrer Nähe und Fragen Sie ihn, ob Sie die Erntereste, die er auf dem Feld liegen lässt, mitnehmen können. Sie werden überrascht sein.
Karin de Miguel Wessendorf (c) THURN FILM / SCHNITTSTELLE
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